Aktualisiert: 1. Sept.




Eineinhalb Jahre ist es her, dass ich beschlossen habe mein Gemüse selbst anzubauen. Kein Meister ist vom Himmel gefallen, so lerne ich auch heuer wieder einiges über die perfekten Bodenbeschaffenheiten, das Düngen und wie setze ich wo meine Jungpflanzen, damit sich alles möglichst gut verträgt. Als leidenschaftliche Gemüsegärtnerin dreht sich ab August alles nur mehr ums Ernten, Tauschen und Verarbeiten. Heuer starte ich mit meinen Marmeladengläsern und Co. in die zweite Saison. Wenn man einmal begonnen hat seinen Rote Rübensaft selbst herzustellen und eine selbst gezogene Wassermelone aufknackt, kann man einfach nicht mehr aufhören zu versuchen mit seinem eigene Obst und Gemüse durchs Jahr zu kommen. Jeder, der sich eine komplette Speise mit nur, aus dem Garten geernteten Zutaten gekocht hat, weiß, was Gesundheit und Stolz auf seinem Teller wirklich bedeuten.

Ich möchte euch einen kleinen Einblick und Tipps für eure Erntezeit im August geben und möglicherweise bekommt der Eine oder Andere Lust, falls er noch nicht mit beiden Gummistiefeln fest im Grünzeug steht, sich auch einen Gemüsegarten anzulegen oder anlegen zu lassen.




Mühevoll gezogen, gepflegt, gegossen und beobachtet, wächst und gedeiht der Gemüsegarten seit dem Frühjahr. Hat er so manchen Schädling, oder bisherige Wetterlaunen überstanden, steht er bereits seit Juli in vollster Pracht. Anfangs noch leicht überschaubar, mit hie und da ein paar Gurken und Paradeiser, kommt man im Augst mit der

Ernte kaum nach. Alles scheint gerade gleichzeitig reif zu werden, denn nicht nur das Gemüse will geerntet werden, auch Obstbäume, Himbeerhecken und Co. müssen verarbeitet werden. Dies kann stolze Hobby-Obst und Gemüsegärtner leicht ins Schwitzen bringen. Jedoch ist auch zu beachten, wenn man seine Ernte nicht verarbeiten kann, empfiehlt sich herabgefallenes Obst und Gemüse auch mal liegen zu lassen, da sich so eine tolle Nahrungsquelle für Insekten und Kleintiere anbietet.




Was im August alles neu zu pflanzen ist


Ist die Ernte überschaubar und die Verarbeitung neigt sich dem Ende zu, kann bereits wieder gesät und gepflanzt werden. Wintergemüse wie Chinakohl, Pak Choi, Kohlrabi und Winterporre können nun ihren Platz im Beet einnehmen, dasselbe gilt für diverse Salatsorten und späte Rettiche.

Radieschen und Rucola sowie Speiserüben eignen sich ideal als Nährstofflieferanten in den kalten Wintermonaten. Trotz teilweise schon kühlen Temperaturen können auch sie erst ende August ausgesetzt werden.

Herbstspinat und Winterzwiebeln sowie Knoblauchknollen können ebenfalls gegen ende August gesetzt werden. Auch sie verzeihen die Wetterumstellung und zaubern uns im Winter tolle Gerichte auf unseren Garten auf unser Teller.


Tauschen macht Freude


Lasst euch Zeit mit der Verarbeitung eurer Ernte. Verschenkt lieber, den einen oder anderen Korb Heidelbeeren oder spendet eine Kiste Äpfel an euren Jäger des Vertrauens.

Hektisches Verarbeiten zu Marmeladen, Kompott und Gelee schmeckt man nämlich. Sharing is caring und am Ende haben alle etwas davon. Nach dem zehnten Apfelstrudel, gebacken mit Omas bestem Rezept, schmeckt nämlich sogar der nicht mehr gut. So beginnt für mich im August nicht nur die tolle Ernte und Einkochzeit, sondern auch der große Gartenschmankerl-Austausch. Ich staune jedes Jahr, was sich am Ende der Saison für eine Diversität an unterschiedlichsten Marmeladen, eingelegtem Gemüse oder gedörrten Früchten bis hin zu Teemischungen in meinem Vorratsschrank befinden.






Damit wünsche ich euch, vollgefüllte Weidenkörbe, herrliche Frühstücksbrote mit selbstgemachter Marmelade, wunderbar duftende Gemüsesuppen und viele tolle Tauschgeschäfte.