Das am Anfang in der gedämpften Herbstsonne, in Goldtönen leuchtende Laub so mancher Bäume, setzt knallige Akzente in unsere nebeligen Herbstgärten. Oft geht es dann ganz schnell, mit dem ersten richtigen "Hundswetter", wo sich viele das erste Mal im Jahr mit Wollschlapfen vor den Kamin tummeln, verlieren unsere Bäume im Garten oft wegen starkem Wind, zur Gänze ihre letzten Laubblätter.

Am Tag darauf steht man dann mitten in Bergen von Laub und weiß nicht wie und wo man zum Kehren anfangen soll. Für die Meisten ist dies eine eher lästige Aufgabe und eigentlich könnten sie, wären da nicht die saftigen Äpfel und die süßen Kirschen im Sommer, auf Laubbäume im Garten verzichten. Doch sollte jedem Gartenbesitzer bewusst werden, wie wertvoll das Laub im Zyklus unseres Gartens ist und wie wichtig es für so manche Pflanzen und vor allem Insekten und Kleinsäugetiere, unseren Helfern für bessere Bodenbedingungen ( was wiederum zu einer ertragreicheren Ernte oder einer größeren Blütenpracht führt), ist.

Was mich im Herbst immer etwas nachdenklich stimmt, ist, dass wir von unserem Garten das ganze Jahr sehr viel abverlangen. Das bedeutet, er soll sich immer von seiner besten Seite zeigen und natürlich möglichst wenig "Mist" machen. Dadurch entziehen wir ihm besonders im Herbst, durch das Entfernen des Laubes viele natürliche Nährstoffe. Auch kann er sich nur schwer, durch radikale Rückschnitte von Gräsern und Blütenstauden vor tiefen Temperaturen schützen.

Mit dem Herbst beginnen sich die Pflanzen zurückzuziehen, die gesamte Energie wird nun in der Wurzel gebraucht, somit ist es unsere Aufgabe sie mit einer warmen Decke aus dem herabfallenden Laub in einer Mischung aus dem letzten Grünschnitt und zerkleinerten Ästen zu unterstützen. Es gibt kaum ein schöneres Ritual im eigenen Garten, als sich im Herbst für den Ertrag und seine Blüte zu bedanken und ihn "zuzudecken" und im Frühjahr "aufzuwecken" in dem man ihm wieder vom überschüssigen Laub und Hölzern befreit.


Ein kleiner Tipp; Entfernt man nur leicht den obersten Mulch, kann man zwischen den neuen Sprösslingen eine dunkle feinkörnige Schicht erkennen. Diese sollte unbedingt im Beet erhalten bleiben, da es sich bereist um eine feine Humusschicht handelt, welche auf natürliche Zersetzung des Mulches entstanden ist. Diese Schicht ist ein optimaler Nährstofflieferant für unsere Frühlingsblüher!



Somit bietet sich nun die Möglichkeit, die ersten Schritte in Richtung Pflanzenschutz und mit eigenen Materialien aus dem Garten zu setzen. Es gibt unzählige Varianten des Mulchens, Hand in Hand gehen das Düngen und das Schützen des Bodens.


Hat man dann die ersten Auswirkungen auf den Garten bemerkt, kann es leicht passieren, dass man sich noch weiter mit dem Thema Mulchen befassen möchte.

Die Liebe zum Boden und das Bedürfnis ihm die bestmöglichen Nährstoffe und Schutz bieten zu können ist ein unglaublich facettenreiches Thema. Fakt ist, zu wissen, welche hauseigenen Bodenbedingungen herrschen, ist Voraussetzung für einen gesunden und florierenden Garten. Denn Pflanzen lassen sich unseren Willen nicht aufzwingen, wer einen prächtigen Garten haben möchte, muss sich auch für ihn interessieren und sich seinen Bodenverhältnissen bewusst werden.



Eine Gute Mischung.....

Es wird das letzte Mähgut mit kleingehackten Ästen und Laub vermischt. Die Äste sind wichtig um die Mulchschicht ein wenig aufzulockern, da sonst durch Nässe aus dem Laub eine feste und matschige Schicht entsteht, diese wiederum kann am Boden Fäulnis erzeugen. Wichtig ist, dass die Pflanzen darunter noch atmen können. Damit unser Laub, Wiese, Hackschnitzel, Astschicht nicht vom Wind weggeblasen wird, kann sie zusätzlich von zum Beispiel Fichtenäste beschwert werden. Somit hat auch dieser Rückschnitt seinen Zweck für die Gartenüberwinterung getan.


Mit dem jetzigen Basiswissen kann man bereits loslegen und die ersten Erfahrungen und Beobachtungen mit dem natürlichen Düngen/Schützen der Pflanzen und des Bodens machen. Immer zu beachten ist, unser Garten hat es sich verdient zu rasten und das darf er auf seine ganz natürliche Art und Weise, ganz gleich, ob dies nun unseren gestalterischen Anforderungen gerecht wird oder nicht.

Beachtet man schon bei der Gestaltung der Beete, dass einige Gräser über den Winter hindurch zusammengebunden und in Form geschnitten wunderbare Akzente, in Kombination mit immergrünen Kleinsträuchern setzen, kann man auch hier noch mit Tannenzweige und Mulchschicht eine spannende Struktur im Garten schaffen.


Wir würden uns besonders freuen, wenn nach dem jährlichen saubermachen im Garten, ein Teil der gemähten Wiese und der eingesammelten Blätter bei unseren Kunden im Garten bleiben dürften.